Zwei Arten von Intelligenz

Es gibt zwei Arten von Intelligenz:
Eine erworbene, die sichtbar wird,
wenn ein Kind in der Schule aus Büchern und Vorträgen
des Lehrers Fakten und Konzepte memoriert,
und Informationen aus den traditionellen
wie auch den neuen Wissenschaften zusammenträgt.

Mit einer solchen Intelligenz steigst du auf in der Welt.
Du wirst vor oder hinter anderen eingestuft,
je nach deiner Fähigkeit, Informationen zu behalten.
Mit dieser Intelligenz wanderst du in den Feldern des
Wissens herum
und sammelst immer mehr Punkte
auf deinen Tableaus der Erinnerung an.

Es gibt jedoch noch eine andere Art von Tableaus, eine,
die bereits vollständig in dir enthalten ist.
Eine Quelle, die übersprudelnd ihre Begrenzung sprengt.
Ein Gefühl von Frische in der Mitte der Brust.
Diese andere Intelligenz vergilbt weder, noch rostet sie.
Sie ist im Fluss und muss sich nicht erst
durch die Leistungen des technischen Lernens
einen Weg von außen nach innen bahnen.
Diese zweite Art von Wissen ist eine Quelle,
die in deinem Innern entspringt und sich
von dort nach außen verströmt.

RUMI

Wie ich Dir begegnen möchte

Ich möchte Dich lieben, ohne Dich einzuengen;
Dich wertschätzen, ohne Dich zu bewerten;
Dich ernst nehmen, ohne Dich auf etwas festzulegen;
zu Dir kommen, ohne mich Dir aufzudrängen;
Dich einladen, ohne Forderungen an Dich zu stellen;
Dir etwas schenken, ohne Erwartungen daran zu knüpfen;
von Dir Abschied nehmen, ohne Wesentliches versäumt zu haben;
Dir meine Gefühle mitteilen, ohne Dich für Sie verantwortlich zu machen;
Dich informieren, ohne Dich zu belehren;
Dir helfen, ohne Dich zu beleidigen;
mich um Dich kümmern, ohne Dich verändern zu wollen;
mich an Dir freuen, so wie Du bist.
Wenn ich von Dir das Gleiche bekommen kann,
dann können wir einander wirklich begegnen
und uns gegenseitig bereichern.
Virginia Satir

Augenblicke

„Wenn ich mein Leben noch einmal leben dürfte,
würde ich versuchen mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht so perfekt sein wollen – ich würde mich mehr entspannen.

Ich wäre ein bisschen verrückter als ich es gewesen bin,
ich wüsste nur wenige Dinge, die ich wirklich sehr ernst nehmen würde.
Ich würde mehr riskieren, würde mehr reisen,
Ich würde mehr Berge besteigen und mehr Sonnenuntergänge betrachten.
Ich würde mehr Eis und weniger Salat essen.

Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens vorausschauend und vernünftig leben,
Stunde um Stunde, Tag für Tag.

Oh ja, es gab schöne und glückliche Momente, aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur mehr guten Augenblicke zu haben.
Falls Du es noch nicht weißt,
aus diesen besteht nämlich das Leben;
nur aus Augenblicken, vergiss nicht den Jetzigen!

Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.
Ich würde vieles einfach schwänzen,
ich würde öfter in der Sonne liegen.

Aber sehen Sie … ich bin 85 Jahre alt
und weiß, dass ich bald sterben werde.“

Jorge Luis Borges (1899-1986)

Ich suche nicht

Ich suche nicht – ich finde – Pablo Picasso

Suchen – das ist Ausgehen von alten Beständen
und ein Finden-Wollen von bereits Bekanntem im Neuen.

Finden – das ist das völlig Neue!

Das Neue auch in der Bewegung.
Alle Wege sind offen
und was gefunden wird, ist unbekannt.
Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer!

Die Ungewissheit solcher Wagnisse
können eigentlich nur jene auf sich nehmen,
die sich im Ungeborgenen geborgen wissen,
die in die Ungewissheit,
in die Führerlosigkeit geführt werden,
die sich im Dunkeln einem unsichtbaren Stern überlassen,
die sich vom Ziele ziehen lassen und nicht
– menschlich beschränkt und eingeengt –
das Ziel bestimmen.

Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis
im Außen und Innen:
Das ist das Wesenhafte des modernen Menschen,
der in aller Angst des Loslassens
doch die Gnade des Gehaltenseins im Offenwerden
neuer Möglichkeiten erfährt.

Über die Zeit

Zeit ist überhaupt nicht kostbar, denn sie ist eine Illusion. Was dir so kostbar erscheint, ist nicht die Zeit, sondern der einzige Punkt, der außerhalb der Zeit liegt: das Jetzt. Das allerdings ist kostbar. Je mehr du dich auf die Zeit konzentrierst, auf Vergangenheit und Zukunft, desto mehr verpasst du das Jetzt, das Kostbarste, was es gibt.
Eckhart Tolle