Das Gasthaus

„Das Gasthaus“ von Rumi

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus. Jeden Morgen ein neuer Gast.

Freude, Depression und Niedertracht – auch ein kurzer Moment von Achtsamkeit kommt als unverhoffter Besucher.

Begrüße und bewirte sie alle!

Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist, die gewaltsam Dein Haus seiner Möbel entledigt, selbst dann behandle jeden Gast ehrenvoll. Vielleicht bereitet er dich vor auf ganz neue Freuden.

Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Bosheit – begegne ihnen lachend an der Tür und lade sie zu Dir ein. Sei dankbar für jeden, der kommt, denn alle sind zu Deiner Führung geschickt worden aus einer anderen Welt.

Rumi

Wurzeln in der Stille

Wenn wir dem Leben so begegnen wie es ist und nicht, wie es unserer Meinung nach sein sollte, wenn wir unser Bedürfnis aufgeben, unsere Erfahrungen ständig zu kontrollieren und zu interpretieren, dann fangen wir an, uns dem Leben auf vollkommen neue Weise zu öffnen. Wir verwurzeln uns tief in der Stille. Es liegt in der Natur der Stille, dass sie nicht in Konflikt mit dem Leben steht, und wenn wir uns dem Zustand der Konfliktlosigkeit öffnen, dem Zustand innerer Unbewegtheit, beginnen wir, in die Gnade einer anderen Dimension des Seins zu fallen – einer Dimension, die tief in der Intimität unseres eigenen Lebens und der Existenz selbst verwurzelt ist.

aus „In Gnade fallen“

Adyashanti

Die Kunst des achtsamen Zuhörens

Sie haben vielleicht den Spruch gehört: „Wir haben zwei Ohren und einen Mund bekommen, damit wir doppelt so viel hören wie sprechen können.“ Als Kind haben Sie vielleicht die Augen verdreht, wenn Ihre Eltern wieder einmal fragten: „Hörst du mir zu?“ Als Kind haben viele von uns nicht zugehoert und wir haben die Frage gehasst. In erwachsenen Beziehungen kann dies zu einem ständigen Mangel an Aufmerksamkeit führen, verbunden mit einem halbherzigen Aufnehmen der paar Worte, die in unsere Ohren gesickert sind. Tatsächlich können bide Menschen so miteinander in Beziehung sein, was zu Interaktionen führt, die von Gefühlen von Getrenntheit, Frustration und Schmerz charakterisiert sind. Ein altes spanische Sprichwort sagt: „Zwei große Redner reisen nicht weit zusammen.“ Wir alle wollen gehört werden. Wenn wir spüren, dass andere wirklich zuhören, tendieren unsere Ängste und Abwehrmechansismen dazu, zu verblassen, was den Weg zu größerer Beziehung, Empathie und Frieden in der Beziehung ebnet.

Aus „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ von Bob Stahl und Elisha Goldstein